Heilkraut des Monats

Bärlauch

 

Vorkommen: Ganz Europa. An schattigen, feuchten Standorten, in Wäldern mit humusreichem Boden.

Inhaltsstoffe: Lauchöl, Flavonoide, Bikoatalysatoren, Fructosane und reichlich Vitamin C (Ascorbinsäure)

Heilwirkung und Anwendung: Im Vordergrund bei der Anwendung stehen Magen- und Darmstörungen, Appetitlosigkeit und Schwächezustände. Bärlauch ist nützlich zur Vorbeugung und Behandlung von Alterungsprozessen des Gefäßsystems (Arteriosklerose), Bluthochdruck, sowie zur Unterstützung der Behandlung von Schlafstörungen, allgemeiner Schwäche und Leistungsminderung.

Verwendung: Man sammelt die jungen Blätter noch vor der Blüte, die Zwiebeln im Spätsommer und Herbst. Bärlauch teilt im Wesentlichen die Eigenschaften unseres Knoblauchs, nur ist er bedeutend heilkräftiger. Er eignet sich besonders gut für Entschlackungskuren im Frühjahr und hilft zur Besserung chronischer Hautkrankheiten. Bärlauchzwiebeln verwendet man einfach wie Knoblauch. Zur Spinatbereitung sollte man den Bärlauch mit Brennnesseln mischen, da er alleine einen zu beißenden Geschmack hat. Um das ganze Jahr Bärlauch zu haben, kann man sich Bärlauchgeist zubereiten. Davon tgl. 10-12 Tropfen in etwas Wasser einnehmen. Diese Tropfen helfen zu einem ausgezeichneten Gedächtnis und beugen Arterienverkalkung vor. Bärlauch sagt man, ist der Ginkgo der Europäer. Außerdem bewährt sich die Tinktur sehr gut bei chronischen oder akuten Durchfällen. Die vom Magen her verursachten Herzstörungen, Schlaflosigkeit, aber auch Beschwerden die von Arterienverkalkung oder hohem Blutdruck herrühren, wie Schwindel, Druck im Kopf und Beklemmung, lassen nach. Für alte Leute mit Brustverschleimung und damit verbundenen Atembeschwerden ist er ein wunderbares Heilmittel. Man sagt dem Bärlauch auch nach, dass er das Sexualverlangen bei Männern und Frauen anregt. Er hilft im Übrigen auch Umweltbelastungen besser zu ertragen, Schwermetalle wie z.B.: Blei und andere Umweltgifte auszuscheiden. Zudem wird die Anzahl der Killerzellen im Blut erhöht, was das Immunsystem stärker werden lässt. Wie sehr man den Bärlauch schätzt, geht aus einem Satz in einem alten Kräuterbuch hervor, der vom Schweizer Naturarzt und Kräuterpfarrer Dr. Künzle stammt: >>Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen, und Blut wie Bärlauch.<<

Nebenwirkungen:  Die Schärfe und der unangenehme Geschmack des Bärlauch verhindern eine Überdosierung; bei normaler Dosierung sind keine Nebenwirkungen bekannt.

ACHTUNG! Bärlauchblätter sind den giftigen Blättern des Maiglöckchens und den Blättern der der tödlich giftigen Herbstzeitlose sehr ähnlich.

Wie kann man Bärlauch von giftigen Doppelgängern unterscheiden:

Bärlauch:

  • Blatt hat auf der Rückseite eine Rippe und deutlich parallele Blattadern
  • Blätter hellgrün bis dunkelgrün, unterseits matt
  • Kommen mit dünnem Stängel einzeln heraus
  • Intensiver Knoblauchgeruch
  • Weiße Lilienblüte im April (doldenartige Blütenstände mit sternförmigen Blüten)

 

Unterscheidungsmerkmale Maiglöckchen:

  • 2 kurzgestielte Grundblätter auf einem Stiel, steifer, eingedreht
  • Blattunterseite glänzend, blaugrün, mit langer, oberirdischer Blattscheide, nur Schein-Blattstiele
  • Etwas später blühend als der Bärlauch, Blüte weiße „Glöckchen“, Früchte rot

 Unterscheidungsmerkmale Herbstzeitlose:

  • Mehrere Blätter auf einem Stängel, Blätter etwas tulpenähnlich
  • Fleischigere Blätter, oberseits stark glänzend, ohne deutlichen Blattstiel, stängelumfassend
  • Blüte im Herbst violett (Krokusblüte) direkt aus dem Boden mit dickem Stängel