Heilkraut des Monats Salbei

Heilpflanze des Monats:
Salbei

 

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide.

 

Heilwirkung und Anwendung:

  • Bei Entzündungen am Zahnfleisch
  • Bei Entzündungen im Mund und Rachen
  • Setzt die Schweißabsonderung herab
  • Beeinflusst Magen und Darm günstig

 

Botanik:

Der bei uns wildwachsende Wiesensalbei wird für arzneilichen Zwecke nicht verwendet, weil ihr Gehalt an ätherischem Öl viel geringer ist als jener der offizinellen Salbei, die im Mittelmeergebiet (vornehmlich in Dalmatien) heimisch ist und bei uns kultiviert wird. Diese Arzneipflanze ist ein 20 bis 60 cm hoher Halbstrauch, unten verholzt, oben krautig, mit einem vierkantig, filzig behaarten Stängel.
Die Blätter sind elliptisch, länglich oder eiförmig, gestielt oder sitzend gegenständig am Stängel angeordnet, grünlichgrau und von unterschiedlicher Länge. Die hell- bis violett blauen Blüten sitzen an den Enden der Triebe in zu lockeren Ähren angeordneten Quirlen.

 

Standort:

Salbei mag durchlässige, kalkhaltige Böden. Der Humusgehalt sollte nicht allzu hoch sein. Als Standort empfiehlt sich ein sonniger und windgeschützter Platz. Gut geeignet ist ein Platz direkt an der Terrasse. Hier gedeiht er gut und verwöhnt Sie mit seinem vollen Aroma.

 

Pflanzung/Aussaat:

Zwar ist Direktsaat möglich, empfehlenswert ist jedoch die Vorkultur der Jungpflanzen. Die Aussaat erfolgt Ende Februar/Anfang März unter Glas. Streuen Sie den Samen breitwürfig, d. h., nehmen Sie die Samenpackung und führen Sie sie in schüttelnder Bewegung über die Erde der vorbereiteten Saatkisten.
Ende Mai können Sie die Pflanzen dann in einem Abstand von 40bis 60 cm ins Freiland auspflanzen. Für den Hausgebrauch reicht allerdings eine einzige Pflanze. Man kann Salbei auch durch Stockteilung vermehren.

 

Pflege:

Regelmäßiges Gießen reicht bei Salbei im Allgemeinen aus. Im späten Frühjahr können Sie eine einmalige Kompostdüngung geben.

 

Schneckenschreck:

Salbei hat aufgrund seines starken Dufts eine abschreckende Wirkung auf Schnecken, Raupen und Läuse. Pflanzen Sie deshalb den Salbeistrauch als Randfassung für Ihr Gemüsebeet.

 

Ernte und Aufbereitung:

Da man die offizinelle Salbei wild bei uns nicht findet, kultiviert man sie gern in Gärten. Salbeiblätter sind sowohl ein vorzügliches Gewürz als auch ein vielseitig verwendbares Arzneimittel.
Für arzneiliche Zwecke werden nur die Blätter verwendet. Man erntet Sie vor der Blütezeit und trocknet Sie rasch, aber schonend an einem schattigen Ort.

 

Heilwirkung und Anwendung:

Salbei ist eine vielseitig verwendbare Heil- und Gewürzpflanze. Ein Salbei-Tee heilt Entzündungen am Zahnfleisch, in Mund und Rachen, er wirkt beruhigend, setzt die Schweißabsonderung herab und beeinflusst Magen und Darm günstig. Das ätherische Öl hat eine desinfizierende und krampflösende Wirkung, der Gerbstoffgehalt unterstützt diese Wirkung bei Durchfällen.

 

Verwendung in der Homöopathie:

Das Homöopathikum Salvia officinalis wird aus frischen Blättern hergestellt. Man verwendet es vornehmlich als schweißhemmendes Mittel und gibt zu diesem Zweck von der zweiten Potenz (D2) mehrmals täglich einige Tropfen.

 

Nebenwirkungen:

Drogen mit viel ätherischem Öl sowie Gerb- und Bitterstoffen soll man nicht überdosieren, um den Magen nicht zu belasten. Das gilt auch für Salbei. In der Schwangerschaft nicht innerlich verwenden. Beim Stillen sollte man Salbei oder andere Salbeiprodukte nicht zu sich nehmen, da sonst der Milchfluss versiegen kann, außer man möchte abstillen.

 

So wird Salbei-Tee bereitet:

1 Teelöffel Salbeiblätter mit 1/4l heißem Wasser übergießen und 10 Minuten lang ausziehen. Dieser Tee ist innerlich (2 bis 3 Tassen pro Tag) und äußerlich zu verwenden.

 

Teemischung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum:

Kamille 30g
Salbei 30g
2 gehäufte Teelöffel dieser Teemischung mit
¼ l kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ausziehen.
Der Tee eignet sich dann zum Gurgeln und Spülen, für Wundumschläge und feuchte Verbände.

 

Verwendung als Gewürz:

Als Gewürz hielt er erst im Mittelalter Einzug in der Küche. Er wurde als Kraut, das das Ranzig werden von Fetten verhindert, eingesetzt.

Salbei riecht aromatisch und schmeckt würzig, bitter und zusammenziehend im Mund. Er wird als Gewürz für Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse benutzt. Besonders bei fetten Speisen passt Salbei gut, er fördert die Bekömmlichkeit schwerer Kost. Salbei lässt sich auch getrocknet gut verwenden, aber wann immer man die Möglichkeit hat, sollte man den frischen Salbeiblättern den Vorzug geben. Wie alle aromatischen Küchenkräuter kann man sie fein gehackt kurz vor dem Servieren sämtlichen Suppen, Eintöpfen, Gemüsegerichten und Fleischgerichten beigeben.
Unter Topfen und Weichkäse gemischt, ergänzt Salbei Schnittlauch und Zwiebel vorzüglich. Salbeiwürze verlängert die Haltbarkeit der Speisen.

 

Gemüsenudeln mit Gorgonzolasoße:

Für 4 Personen:

 

1 Knoblauchzehe
1 kleine Zwiebel
8 Salbeiblätter
125g Gorgonzola
4 EL Olivenöl
200ml Gemüsebrühe
200ml Schlagobers oder Alpro Soya Cuisine
Salz
Pfeffer aus der Mühle
250g Auberginen
250g Zucchini
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Bund Basilikum
1 Bund Petersilie
375g Nudeln

 

1) Knoblauch und Zwiebel schälen und fein würfeln. Salbeiblätter waschen, trocken tupfen und fein schneiden. Gorgonzola fein würfeln.

2) 1 EL Olivenöl erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin glasig dünsten. Salbei zufügen und mit Gemüsebrühe und Schlagobers (oder Alpro Soya Cuisine) ablöschen. Gorgonzola dazugeben. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und leicht köcheln lassen.

3) Auberginen, Zucchini und Frühlingszwiebeln putzen, waschen und würfeln. Basilikum und Petersilie waschen, trocken tupfen und fein schneiden.

4) Nudeln in kochendem, gesalzenem Wasser nach Packungsanleitung al dente kochen. Inzwischen restliches Öl in einer Pfanne erhitzen. Gemüse darin rundherum 3-4 Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

5) Nudeln in einem Sieb abtropfen lassen. Nudeln, Gemüse und Soße in eine große Schüssel geben. Mit Kräutern bestreuen und alles mischen. Sofort servieren.

Saltimbocca mit Austernpilzen:

Für 4 Personen:

 

250g Austernpilze
4 dünne Kalbsschnitzel
Meersalz
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Frische Salbeiblätter
150g Parmaschinken
2 EL Süßrahmbutter
2 EL Olivenöl
1 TL Weizenmehl (Type 550)
50 ml trockener Weißwein

 

1) Austernpilze putzen, Kalbsschnitzel mit Küchenpapier abtupfen. Pilze leicht salzen und kräftig pfeffern. 1-2 Salbeiblätter und etwas Parmaschinken auf jedem Pilz mit einem Zahnstocher feststecken.

2) Kalbsschnitzel auf einer Seite leicht salzen und kräftig pfeffern. Die andere Seite mit Salbeiblättern und Parmaschinken belegen und das Ganze mit Zahnstochern feststecken.

3) Süßrahmbutter und Olivenöl in einer schweren Pfanne erhitzen und Pilze mit den Kalbsschnitzeln von beiden Seiten 3-4 Minuten anbraten. Aus der Pfanne nehmen und warm halten.

4) Den Pfannensatz mit Mehl bestäuben und mit Weißwein sowie etwas Wasser loskochen. Mit Meersalz sowie Pfeffer abschmecken und zu der Saltimbocca mit Austernpilzen servieren.
Tipp: Reichen Sie zu dem Saltimbocca-Medley in Butter geschwenkte Gnocchi.

 

 

Mag. Pharm. Silvia Hackenberger
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