Fasten …aber richtig!

Fasten richtig gemacht

Überleben aus gespeicherter Nahrung ist ein physiologisches Grundprinzip, das überall in der Natur anzutreffen ist.

Jeder gesunde Mensch verfügt über die Fähigkeit, einige Tage ohne Nahrungszufuhr zu leben, ohne Hunger zu haben oder schwach zu werden. Diese Fähigkeit muss allerdings von jedem selbst entdeckt werden, denn sie ist wohl genetisch angelegt, aber beim heutigen Menschen nur noch latent vorhanden. Die Erfahrung des Fastens führt zu einem Erleben, das nicht identisch mit Hungern ist, sondern mit Satt Sein durch Versorgung aus körpereigenen Nahrungsdepots.

Der Mensch setzt diese Fähigkeit zum Fasten aus verschiedenen Gründen freiwillig ein. Es gibt im Wesentlichen 2 Formen des Fastens: Heilfasten und religiöses Fasten.

Ich möchte mich auf die Aspekte des Heilfastens zur Unterstützung der Gesundheit für Gesunde Menschen in diesem Vortrag beschränken.

Fasten für Gesunde ermöglicht neue Erfahrungen und Einsichten. Es kann die Ziele der medizinischen Prävention vorzüglich unterstützen.

Fasten für Gesunde kann in Eigenverantwortung zu Hause für kurze begrenzte Zeit (5-8 Tage)durchgeführt werden.

Heilfasten zur Therapie von Erkrankungen soll unter fastenärztlicher Begleitung von speziell ausgebildeten Personen in Fastenkliniken durchgeführt werden, kann bis zu 5 Wochen dauern und ist eine medizinische Methode.

Fasten umfasst 4 Aspekte:

  1. Verzicht auf Nahrung und Genussmittel für begrenzte Zeit (5 Tage bis 5 Wochen), anschließend Kostaufbau.
  2. Reichlich Flüssigkeitszufuhr.
  3. Sorge für regelmäßige Darmentleerung.
  4. Ausreichend Bewegung im Wechsel mit Ruhe.

 

Wer soll fasten?

Gute Gründe zum Fasten

  • Erlebnis      des freiwilligen Nahrungsverzichts ohne Hungern
  • Konfrontation      mit den Konsumgebräuchen unserer Zeit.
  • Gewichtsreduktion-      Fasten dient hier zur Einleitung einer Ernährungsumstellung um dauerhaft      das Gewicht zu halten.
  • Reinigung      des Körpers und Entschlackung:
  1.             Der Körper wird von Schlacken und Giftstoffen befreit
  2.             Der Körper wird entsäuert - Pickel und Mitesser verschwinden
  3.             Der Geist wird wacher
  4.             Die Haut wird straff und glatt  und rosig
  5.             Die Stimmung steigt- Erfolg wird spürbar
  6.             Das Haar gewinnt an Spannkraft
  7.             Muskeln und Gewebe werden gestrafft
  8.             Die Körperhaltung verbessert sich zusehends
  9.             Die Abwehrkräfte werden gesteigert
  10.             Die Geschmackssinne werden geschärft

 

Fasten macht offen für Neues und für Veränderungen. Außerdem lassen sich viele chronische Gesundheitsprobleme durch einen lange vernachlässigten Darm erklären. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen und      Migräne
  • Schlafstörungen      und Anlaufschwierigkeiten
  • Lustlosigkeit
  • Nervosität,      Gereiztheit
  • Zungenbelag und      Mundgeruch
  • Unangenehme      Körperausdünstungen
  • Rücken- und      Kreuzschmerzen, Gelenkschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Atemnot,      Herzbeschwerden, Gefäßverengung
  • Leistungsabfall
  • Depressionen
  • Vergesslichkeit
  • Allergien,      Neurodermitis, Schuppenflechte

 

Wer darf nicht fasten?

  • Personen, die unter Esssucht oder Bulimie leiden sollten lieber nicht in Eigenregie fasten – zu groß ist die Gefahr, das bestehende Suchtproblem noch zu verstärken. Fasten in einer Klinik mit psychologischer Betreuung kann hier jedoch die Grundlage für eine vollständige Genesung bilden.
  • Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte auf jeden Fall vor einer Fasten-Kur mit seinem Arzt sprechen, ob diese Medikamente und Fasten zusammen passen. Meist wird die Wirkung der Arznei verstärkt und muss angepasst werden.
  • Während einer Schwangerschaft  und Stillzeit soll  keine  Fastenkurgemacht werden, da der Organismus von Mutter und Kind durch die Schwangerschaft ohnehin schon stark belastet wird. Fasten könnte sonst zu einem Mangel für Mutter und Kind führen und für beide recht ungesund werden. Außerdem würde die Mutter über das Kind entgiften und damit die Gesundheit des Babys belasten.
  • Tuberkulose-Patienten, Krebskranke und Personen, die an einer Überfunktion der Schilddrüsen leiden, dürfen nicht fasten. Denn bei diesen ohnehin schon zehrenden Krankheiten ist der Organismus nicht mehr in der Lage, richtig auf den Fasten-Reiz zu reagieren und verliert noch mehr an Substanz.
  • Ebenfalls nicht geeignet ist das Fasten bei chronischen Entzündungen und Geschwüren des Magens. Eine Ausnahme bildet hier die chronische Dickdarmentzündung (Kolitis). Allerdings sollte eine Fasten-Kur hier nur mit fachmännischer Erlaubnis erfolgen.
  • Frisch operierte Personen oder Personen, die gerade eine schwere Infektionskrankheit hinter sich haben, sollten nach Möglichkeit nicht fasten, da dies den ohnehin stark geschwächten Organismus noch mehr belasten würde. Auch hier gibt es natürlich wieder Ausnahmen.

Was passiert beim Fasten?

Normalgewichtige Menschen haben Reserven gespeichert, die für ca. 35 bis 60 Tage reichen (Fettgewebe sowie mobilisierbare Proteinstrukturen). Bei Überschreitung dieser Zeitgrenze können bleibende Schäden eintreten.

Wenn die externe Nahrungszufuhr unterbrochen wird, nimmt die Aktivität des Verdauungstraktes (nach gründlicher Darmreinigung) ab, und der Stoffwechsel schaltet von äußerer auf innere Ernährung um.

4 Phasen des Fastens:

  1. Die Frühphase dauert ca. 24 Stunden nach der letzten Mahlzeit. Der Stoffwechsel schaltet allmählich auf endogene Energieträger um. Durch das Ausbleiben von Glukosezufuhr sinkt der Insulinspiegel, während der Glukagonspiegel steigt. Es kommt zur Mobilisierung des Leberglycogens. Die Freisetzung von freien Fettsäuren und Triglyceriden aus dem Fettgewebe erfolgt ab dem zweiten Tag. Die Energie stammt dann aus ca. 75% Fett und 25% neugebildeter Glucose (Zucker) aus Protein. Der Insulinspiegel wird während der Dauer des Fastens gesenkt, da auch weniger Zucker zugeführt wird. Er stabilisiert sich im unteren Normbereich.
  2. Phase 2 ist die Eiweiß Sparphase: In dieser Phase wird der Proteinverbrauch reduziert bis zu einem Substatgemisch von 95% Fett und 5% Glucose aus Protein. Der Hauptbrennstoff in dieser 2. Phase sind Fett und seine Metaboliten, die Keton Körper. Diese Phase dauert mehrere Tage.
  3. Phase 3: Spätphase- diese Phase wird beim Fasten für Gesunde, das bis zu 8 Tage dauert, nicht erreicht. Hier würde die Energie über Eiweißabbau erfolgen, was lebensbedrohlich wäre- Tod durch Herzmuskeldystrophie.
  4. Phase 4 : Wiederaufbauphase- Energiezufuhr 800-1600 Kalorien.

Gewichtsabnahme durch Fasten:

Phase 1: Rascher Gewichtsverlust: Die Umwandlung von Glykogen und Protein führt zu rascher Gewichtsreduktion, da beide bis zum Sechsfachen Ihres Gewichtes an Wasser binden können. Am Beginn wird außerdem weniger Natrium zugeführt bei gleichzeitiger Natrium- Ausscheidung, was zu vermehrtem Harnverlust führt. Das bedeutet raschen Gewichtsverlust.

Phase 2: Gewichtsverlust wird geringer: Fett bindet nur wenig Wasser, deshalb gibt es in der Plateau Phase bei maximaler Fettverbrennung nur eine langsame Gewichtsreduktion.

Der Energieumsatz wird in der Eiweiß Sparphase vermindert. Das führt in der Phase 2 zu einem langsameren Gewichtsverlust.

In der Wiederaufbauphase kommt es wieder zu Gewichtszunahme um ca. 1 Kg, da wieder Glukose und Aminosäuren mit Wasser gebunden zugeführt werden, der Verdauungsapparat wieder gefüllt wird und normale Na Zufuhr mit Wasserbindung erfolgt.

Ketoazidose:

Durch die Freisetzung von vermehrten Fettsäuren für die Energiebereitstellung ab dem 2. Fastentag kommt es zur gesteigerten Bildung von Ketonkörpern. Diese Bildung von Ketonkörpern führt jedoch nicht zu einer Übersäuerung, da die Ausscheidung von Säure über die Niere erhöht wird und vermehrt Ketonkörper in den Nervenzellen verbraucht werden. Wichtig ist deshalb, dass die Flüssigkeitszufuhr ausreichend ist. Durch moderate Bewegung an der frischen Luft wird der Abbau von Säure unterstützt.

Mineralienhaushalt:

Natrium und Kalium bleiben beim Fasten im Normbereich. Die Ausscheidung von Magnesium ist in den ersten Tagen erhöht. Deshalb sollte man eventuell Magnesium zuführen.

Da der Blutdruck sinkt, kann man sich müde fühlen. Durch körperliche Aktivität, kalte Reize (Kneipp Güsse) oder Ruhe kann man den Blutdruck wieder normalisieren.

Vitamine

Vitamin C, Vitamin A, Vitamin E und Vitamin B1 Spiegel können beim Fasten sinken. Durch Zufuhr von Obstsäften und Gemüsesäften kann man diesen Abfall der Vitaminspiegel verhindern.

 

 

Schüßler Salze als Begleiter beim Fasten

  • Gelegentlich      kommt es beim Fasten in den ersten Tagen zu Kopfschmerzen. Diese      werden meistens durch Koffeinentzug ausgelöst. Mit Hilfe von Schüßler Salz      Nr.10 können diese Schmerzen gelindert werden.
  • Die Drüsen im      Verdauungsbereich werden stark beansprucht, wodurch viel weißer Zungenbelag      entstehen kann:  Kalium      chloratum (Nr.4) tut hier gut.
  • Leichter Schwindel kann mit Schüßler      Salz Nr.3 (Ferrum posphoricum) gebessert werden.
  • Mundgeruch . Hier hilft Kalium      phosphoricum Nr.5.
  • Schließlich führt ein      Verzicht auf Nahrung zu starker unterschwelliger Spannung und es      wird viel Magnesium phosphoricum Nr.7 verbraucht- Schokoladehunger      entsteht.
  • Die Konzentration an      Schadstoffen im Stoffwechsel steigt. Das führt zu Kopfschmerzen und      Juckreiz der Haut. Nach Ende der Kur werden sie wieder in den Zellen      eingebaut und das führt zum Jo-Jo-Effekt.

Wie kann ich den Jo-Jo-Effekt verhindern?

1. Ausreichend Bewegung während und nach der Fastenkur
2. Eine gemächliche und möglichst langsame Aufbauzeit
3. Eine dauerhafte kalorienbewusste und ausgeglichene Ernährung
Wer auch nur einen dieser drei Aspekte unberücksichtigt lässt, wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit sein neues Gewicht nicht halten können!

Wem einmal der Hang zum Übergewicht anhaftet, der sollte außerdem sein Gewicht regelmäßig beobachten, um rechtzeitig einschreiten zu können. Es ist nämlich relativ leicht, zwischendurch mal 1-2 Kilos auszugleichen, indem man einfach mal einen Tag lang nur Obst und Gemüse isst oder einen Tag lang besonders viel Sport treibt. Sind erstmal wieder 10-12 Kilos zu viel auf der Waage, wird eine Reduzierung schon wieder wesentlich schwieriger.

Entlastungstage dienen der Vorbereitung auf eine Fastenkur

Der Körper hat in den ersten Tagen einer Fastenkur genug mit der Umstellung auf die Energieversorgung aus körpereigenen Vorräten zu tun. Da ist es wenig produktiv, wenn man auch noch gleichzeitig mit Entzugserscheinungen von Kaffee, Zigaretten und Alkohol zu kämpfen hat.

Am leichtesten fällt der Einstieg ins Fasten, wenn gleich zu Beginn die Darmentleerung gut hinhaut. Das wiederum fällt aber deutlich schwerer, wenn sich noch schwer verdauliche Lebensmittel im Magentrakt befinden. Deshalb nach Möglichkeit vor dem Fasten nur mehr leichte Speisen verzehren (wenig Fleisch, viel Gemüse, wenig Fett, leichte Suppen)

Den Körper mit gesunden, möglichst frischen und natürlichen Zutaten wie Obst und Gemüse auffüllen.

  • § Obsttag
  • § Reistag
  • § Gemüsetag
  • § Kartoffeltag
  • § Apfeltag

Nicht jeder Mensch reagiert auf Kaffee mit negativen gesundheitlichen Begleiterscheinungen. Es gibt auch viele Menschen, die stattdessen sehr wohl von den positiven Effekten des Kaffees profitieren. Wer also nicht generell den Plan hegt, dauerhaft auf Kaffee zu verzichten, kann auch während des Fastens weiterhin ohne Probleme seine 1-2 Tassen Kaffee am Tag trinken.

Am Beginn einer Entschlackungskur sollten Sie den Darm mit Bittersalz reinigen: 1-1,5 Esslöffel Bittersalz in 330 ml Wasser auflösen und am besten nüchtern trinken. Auch ein Einlauf zur Darmreinigung ist möglich. Die Entgiftung wird durch Trinken von mindestens 2 Litern stoffwechsel-anregendem Tee pro Tag gefördert.

Lassen Sie sich über die Möglichkeiten zur Entgiftung in der
Nationalpark-Apotheke Molln
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